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hopefully
2002 / 03
       

   
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hopefully (1 - 9) 2002/03  Öl auf Leinwand  je 160 x 120 cm
 
 
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Roswitha M. Kant
Wiesbaden, Mai 2003
 
9  x HOPEFULLY         2002/03
Neun weiße Gestalten, die wie beim Schattenspiel nur ihre Haltung hervorkehren, vor einem rötlichen Hintergrund.
Die erste Irritation: Die Verkehrung der Farben - weiß statt schwarz - und die konsequente Reduktion auf den Umriss der Figuren.
Assoziationen stellen sich sofort ein: hüpfende oder herumtollende Kinder vor einem gewaltigen Bühnenvorhang.
Übergroße Köpfe fallen auf. - Monster? Die subjektivierende Profilierung feht. Keine Identifikationsangebote, keine Referenz zu sichtbaren Erscheinungen. Der Appell ans Auge schießt über das Visuelle hinaus, durchschlägt Klischees und eingespielte Wahrnehmungsmuster.

Blickwechsel: Der Fokus verschiebt sich. Mit der extremen Typisierung rückt die Bewegung ins Zentrum: Die Bewegung als Momentaufnahme wird spürbar. Keine der Figuren verharrt in Stillstand - die gängige Vorstellung des Stillstands selbst wird hier sozusagen en passant als Konstrukt unmittelbar anschaulich. Der Prozess der Bewegung oder die Bewegung als Prozess ist in jeder Phase der vorliegenden Arbeit präsent. Das verleiht den Bildern eine ungewohnte, immanente, unter der sichtbaren Oberfläche angesiedelte Dynamik: eine angezeigte und gleichwohl verdeckte Aktivität, die das Geschehen auf geheimnisvolle Art dominiert und dirigiert. Die Ambivalenz fasziniert. Für den Betrachter bleibt rätselhaft, worauf die Figuren reagieren - Anlässe oder Impulse sind jedenfalls nicht erkennbar. Dennoch ist die bewegungsanregende Kraft nicht zuletzt durch das schlichte Weiß visualisiert. Eine latente Energie, der elan vitale, wie die Lebensphilosophen sagen würden, ist also vorbildlich dem Schauenden bemerkbar. Er entsteht im Verlaufe des bewussten Erlebens. Eine malerische Analogie zum Vorsprachlichen der Dichter, das auf Vorbewusstes oder Unbewusstes verweist, das Präreflexive festhält, scheint hier gelungen.

Ob die unerkennbaren, verborgenen Kräfte in der Figur schlummern oder sich der Beziehung zwischen der Figur und dem umgebendem Raum verdanken, bleibt offen. Der Hintergrund ist jedenfalls in Regelhaftigkeit schraffiert.
Das Verhältnis zwischen Figur und Raum verweist auf den noch unberührten Raum in der Zeit davor, auf eine Sphäre, in die die Figur eindringt und damit eine wechselseitige Beziehung erstmals entsteht.
Thematisiert werden von Freda Heyden somit die Relationen von Raum, Zeit und Gestaltung, des Entstehens und des Sichtbarwerdens. Die Dynamik des Sich-Beziehens einerseits und des Bezogenseins anderseits tritt als elementarer Gestaltungsprozess zutage

Der Raum ist anfangs unerforscht: eine weiße Landkarte, so könnte man es sich denken. Das Unbewusste, das traditionell mit dem Dunkel, dem lichtlosen assoziiert wird, erscheint in der vorliegenden Bildfolge undefinierbar durch gleichförmig sich wiederholende Strichmuster, die der Erkenntnis kein Zeichen anbieten. Gleichwohl drängt sich der Verdacht auf, dass der umfangende Raum nach Maûgaben eigener Gesetzmäßigkeiten sich verhält und bestimmte Wirkungen von ihm ausgehen.
 
 
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